Hottinger Literaturgespräche – Arno Camenisch

Der 25.Abend der Hottinger Gespräche – die ja seit Herbst 14 im Theater Neumarkt stattfinden – war am 23.Februar 2015 vielleicht der berührendste bis jetzt.

Arno Camenisch, der junge Bündner, der mit der Trilogie «Sez Ner»/«Hinter dem Bahnhof»/«Ustrinkata» seit 2009 Furore gemacht und den drei in einer unverwechselbaren bündnerisch‐hochdeutsch‐rätoromanisch‐italienischen Mischsprache auf ein Bündner Dorf und seine Bewohner fokussierten Büchern 2013 mit «Fred und Franz» einen Dialog folgen liess, der Beckett mit Gerhard Meier verknüpft und doch ganz eigenartig einmalig ist – dieser Arno Camenisch, den die Zeitungen bereits als «Popstar der Schweizer Literatur» apostrophiert haben, entpuppte sich als ein tiefsinniger, nachdenklicher Autor, für den der Satz «Il grond Kunst dalla veta ei la mort» von zentraler Bedeutung ist und dessen Texte aus dem Schmerz über den Verlust in der Liebe und aus der Trauer über die Endlichkeit und Vergänglichkeit geboren werden. Wobei einem Satz wie «Menschsein ermüdet» ﴾in «Fred und Franz»﴿ dann doch die unglaubliche Frische und Präsenz seiner musikalisch‐rhythmisch in einen eigenwilligen Sound getauchten Rezitation der eigenen Texte gegenübersteht, die das alle Generationen umfassende Publikum im Theater Neumarkt hellauf begeisterte.

Text: Charles Linsmayer
Eventfoto: Manfred Utzinger, utzi-foto.ch

Literaturausstellung im Museum Strauhof

«Alles in Allem» gilt als Kurt Guggenheims Opus Magnum. Die zwischen 1952 und 1955 in vier Bänden erschienene Romanchronik mit über 1000 Seiten Umfang erzählt die Geschichte Zürichs in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Literaturhistoriker Charles Linsmayer zeigt im Museum Strauhof bis zum 31. Mai eine Ausstellung, die den 1983 verstorbenen Zürcher Schriftsteller ins Zentrum stellt. Höhepunkt der Literaturschau ist die Inszenierung von «Alles in Allem».

Link: Die Büchermacher

Fotos: Manfred Utzinger