Dorothee Elmiger als Gast der Hottinger Literaturgespräche

Dorothee Elmiger als Gast der Hottinger Literaturgespräche

Gast des fünften Hottinger Literaturgesprächs vom 29.Februar im Theater Neumarkt war die Schriftstellerin Dorothee Irmiger, 1985 geboren in Wetzikon ZH.

Ein aufmerksames Publikum verfolgte Charles Linsmayers Gespräch mit einer Autorin, die ganz bewusst von der Sprache und einer eigenwilligen experimentellen Form her kommt und dazu auch auf kluge und sympathische Weise Red und Antwort zu stehen wusste. «Einladung an die Waghalsigen» von 2010 entpuppte sich dabei als eine Art genialisches, munteres, poetisches Vorspiel zum zweiten, 2014 erschienenen Band «Die Schlafgänger».

Stellt der erste Roman im Gespräch zweier Schwestern eine Utopie in Aussicht, die einem jugendlichen Aufbruch in eine freiere Welt gleichkommt, stellt das zweite Buch in einem intensiven Geflecht zwischen einer Reihe von Gesprächspartnern Modelle von utopischen Ausbrüchen aus dem 19.Jahrhundert vor und nimmt die aktuelle Flüchtlingssituation in Europa zum Anlass, um auf leidenschaftliche Weise auf die zwingende Notwendigkeit einer politischen, sozialen und gesellschaftlichen Um- und Neuorientierung Europas hinzuweisen.

Ein politisches Pamphlet aber ist trotz aller genuinen politischen Bewandertheit der studierten Politologin weder der erste noch der zweite Roman. Das Packende, ja das Faszinosum der beiden Bücher sind vielmehr deren aus vielerlei Komponenten zusammengesetzte und doch immer gelassene, ruhig fliessende Sprache sowie das brillant eingesetzte und hinterfragte Phänomen «Grenze», das von der Psyche des Einzelnen über die Gegensätze zwischen Realität und Fiktion, Leben und Tod, Vernunft und Wahnsinn bis zur ganz realen Grenze zwischen Staaten entwickelt wird und als ebenso anschauliches wie zuweilen echt berührendes Leitmotiv durch die Texte der jungen Autorin hindurchführt. Das Publikum, das die Autorin zu grossen Teilen noch nicht kannte, war sichtlich angetan, freute sich aber auch über den Pianisten Rico Tiegermann, der an diesem Abend eigene Kompositionen spielte.
Die Bildreportage von Manfred Utzinger kann mit folgendem Link eingesehen werden. Auf der Website des Fotografen können nicht nur diese, sondern die Bilder sämtlicher Hottinger Literaturgespräche bestellt werden.

https://utzi-foto.smugmug.com/Linsmayer/20160229-Elmiger-Dorothee/n-VNxCWg/

Die Hottinger Literaturgespräche werden im Herbst 2016 weitergeführt.

 

 

Restaurant Ha Noi

Fotoreportage für mosi.ch. Vietnamesisches Restaurant Ha Noi. Take Away, Piano Bar. Sieht auf jeden Fall lecker aus. http://www.ha-noi.ch

Hottinger Literaturgespräche – Dorothee Elmiger

Hottinger Literaturgespräche

Die 1985 in Wetzikon geborene Dorothee Elmiger ist mit Abstand die jüngste Autorin, die je zu den Hottinger Literaturgesprächen geladen  war! Als die 25jährige 2010 mit «Einladung an die Waghalsigen» debütierte, schrieb Roman Bucheli in der NZZ, das Buch sei «nicht nur waghalsig, es ist kühn und poetisch, es ist literarisch klug und ohne Prätention rätselhaft.»

Vier Jahre liess sie sich Zeit bis zum 2. Roman,  «Schlafgänger», einem Buch, das bei aller beigehaltener Rätselhaftigkeit mit Bildern wie jenen von den Flüchtlingen, die sich die Fingerkuppen an rauen Wänden abschleifen, damit man ihnen keine Fingerabdrücke nehmen kann, mitten in unsere Zeit und in die Situation unseres Landes in Europa hineinzielt. Auch bei bisher «nur» zwei Büchern wird der Gesprächsstoff nicht ausgehen.

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