Hottinger Literaturgespräche

Die 1985 in Wetzikon geborene Dorothee Elmiger ist mit Abstand die jüngste Autorin, die je zu den Hottinger Literaturgesprächen geladen  war! Als die 25jährige 2010 mit «Einladung an die Waghalsigen» debütierte, schrieb Roman Bucheli in der NZZ, das Buch sei «nicht nur waghalsig, es ist kühn und poetisch, es ist literarisch klug und ohne Prätention rätselhaft.»

Vier Jahre liess sie sich Zeit bis zum 2. Roman,  «Schlafgänger», einem Buch, das bei aller beigehaltener Rätselhaftigkeit mit Bildern wie jenen von den Flüchtlingen, die sich die Fingerkuppen an rauen Wänden abschleifen, damit man ihnen keine Fingerabdrücke nehmen kann, mitten in unsere Zeit und in die Situation unseres Landes in Europa hineinzielt. Auch bei bisher «nur» zwei Büchern wird der Gesprächsstoff nicht ausgehen.

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Dorothee Elmiger – Zwischen Sprache, Politik und Poesie

Bei den Hottinger Literaturgesprächen war diesmal die Schweizer Autorin Dorothee Elmiger zu Gast. Mit ihren Werken hat sie sich längst einen festen Platz in der deutschsprachigen Literaturszene erobert. Elmiger schreibt Texte, die politisch, poetisch und provokant zugleich sind. Sie geht Fragen nach, die viele beschäftigen: Wie prägt Macht unsere Gesellschaft? Wie wird Geschichte erzählt, und wer darf erzählen?

Im Gespräch mit Charles Linsmayer sprach Elmiger über ihr Schreiben, ihre Inspirationsquellen und die Themen, die sie umtreiben. Besonders beeindruckend war, mit welcher Klarheit und gleichzeitig Sensibilität sie über Sprache und Gesellschaft reflektierte. Ihr bekanntestes Werk, Aus der Zuckerfabrik, gilt als eindringliche Untersuchung von Begehren, Kolonialismus und Kapitalismus – und hat ihr viel Lob eingebracht.

Für das Publikum war der Abend eine Gelegenheit, die Autorin abseits der Buchseiten kennenzulernen. Es wurde gelesen, diskutiert und gelacht, aber auch still zugehört. Wer Elmiger live erlebt, merkt schnell: Ihre Texte sind nur ein Teil dessen, was sie als Künstlerin ausmacht. Es lohnt sich, tiefer einzutauchen – in ihre Bücher und in die Gedankenwelt dahinter.