Hottinger Literaturgespräche – Christian Haller

Christian Haller – Vorlesung bei Charles Linsmayer

Am 1.Abend der fünften Hottinger Literaturgespräche gab Christian Haller am 26. September 2016 einen lebendigen Einblick in sein Werk. Nach der «Trilogie des Erinnerns» («Die verschluckte Musik», «Das schwarze Eisen», «Die besseren Zeiten») und dem viel zu wenig in seiner Grösse wahrgenommenen Roman «Der seltsame Fremde» ist Haller dazu übergegangen, sein Jahrhundert aus persönlicher, autobiographischer Sicht in einer wiederum auf drei Bände angelegten Romanserie erneut literarisch umzusetzen.
Der erste Band, «Die verborgenen Ufer», liegt seit kurzem vor, und von ihm aus liessen sich an dem Abend immer wieder Spuren zur «Trilogie des Erinnerns» legen. «Die verborgenen Ufer» schildern aber auch, wie der junge Haller aus der Landschaft des Tessins heraus intuitiv sein lyrisches Talent entdeckt hat, und es zeigten die Kostproben, die er aus dem lyrischen Œuvre vortrug, sehr schön, wie zentral die Gedichte in seinem Schaffen sind.
Höhepunkt war dann aber die Wiederbegegnung mit dem Roman «Im Park», in dem ein tragisches Ereignis, das sein Leben nachhaltig veränderte, auf eine wundervoll poetische, dichte, diskrete Weise Gestalt angenommen hat.
Im Gespräch mit Charles Linsmayer präsentierte sich Haller an diesem Abend nicht als Verfasser von einem oder mehreren Büchern, sondern als Schöpfer eines in sich geschlossenen Werks von unverwechselbarer Eigenart.

Der Fotograf Manfred Utzinger hat den Abend wiederum mit der Kamera festgehalten. Seine Bilder sind abzurufen unter folgendem Link: https://utzi-foto.smugmug.com/Linsmayer/20160927-Haller-Christian/n-Nkb5fM/

Text: Charles Linsmayer
Foto: utzi-foto.ch, Fotograf Zürich

Hottinger Literaturgespräche – Christoph Simon

Das Hottinger Literaturgespräch vom 30.11.15 mit Christoph Simon ermöglichte einem kleinen, aber feinen Publikum die Begegnung mit einem Autor, der nicht nur Romane von unvermindert grossem Zauber geschrieben hat, sondern auch als Slam‐Poet und als Kabarettist Furore macht. Im Verlauf des Gesprächs erzählte er, wie sein Erstling «Franz oder Warum Antilopen nebeneinander laufen» zustandekam und was den in mehrere Sprachen übersetzten Longseller auch heute noch so attraktiv macht.

Dass er MC den Dachs, der eine wichtige Rolle in dem Buch spielt, leibhaftig aus einer Schuhschachtel herausgreifen konnte, war ein erster vergnüglicher Höhepunkt. Spassig auch, was Simon über die Fortsetzung, «Planet Obrist», und die darin porträtierten Liebschaften zu erzählen wusste – Modell sind scheint’s Buchhändlerinnen zwischen Bern, Basel und Zürich gestanden –, wunderbar, wie sein Roman «Luna Lena» die gleichnamige Gelateria im Berner Breitenrainquartier abbildet und doch weit darüber hinausreicht.

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Hottinger Literaturgespräche – Ruth Schweikert

 

Der erste Abend der vierten Hottinger Literaturgespräche hat am 28.September wieder ein zahlreiches, zum Teil auch junges Publikum ins Theater Neumarkt gelockt.

Ruth Schweikert erwies sich als wundervoll lebendige, humorvolle, gewitzte Gesprächspartnerin von Charles Linsmayer. Es gab noch kaum an einer dieser Veranstaltungen soviel Gelächter und soviel spontanen Applaus wie an diesem Abend, der nicht nur Ruth Schweikerts jüngsten Roman «Wie wir älter werden», sondern auch den Erstling «Erdnüsse.

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Hottinger Literaturgespräche – Alex Capus

Auch der vierte Abend der 3. Hottinger Literaturgespräche – der 24. Anlass der ganzen Reihe! – war wieder ein grosser Erfolg.
Der Saal des Theaters Neumarkt war seit Wochen ausverkauft, so dass die Theaterleitung die Veranstaltung auf einen Bildschirm im Foyer übertrug, wo nochmals etwa dreissig Besucher den Abend mitverfolgten.

Alex Capus erfüllte die Erwartungen des Publikums auf überzeugende und höchst spassige Weise. Er erzählte von seinem Biotop Olten, wo er zwei Wirtschaften betreibt und fünf Söhne grosszieht, und nicht nur in den brillant gelesenen Auszügen aus seinen Romanen,

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Hottinger Literaturgespräche – Erica Pedretti

Der dritte Abend der dritten Hottinger Literaturgespräche im Theater Neumarkt war wiederum ein voller Erfolg. Erica Pedretti begeisterte das zahlreich erschienene Publikum mit ihrer stillen, zurückhaltenden Art, aber auch mit ihren brillanten und zum Teil äusserst humorvollen Statements zu ihrem Leben und Werk und zur seit 63 Jahren in aller Frische andauernden Liebesgeschichte mit Gian Pedretti, der im Publikum sass. Der Büchertisch der Buchhandlung Reimann wurde rege benützt, und es ist vorauszusehen, dass viele, die dabei waren, an den kommenden stillen Herbst‐ und Wintertagen wieder zu so wunderbaren Büchern wie «Heiliger Sebastian», «Harmloses bitte», «Engste Heimat» oder «Kuckuckskind» greifen werden.

Text: Charles Linsmayer
Foto: Manfred Utzinger, utzi-foto.ch

 

 

Hottinger Literaturgespräche – Thomas Hürlimann

Der Transfer von Hottingen ins Theater Neumarkt war ein voller Erfolg. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, und kaum je hat das Publikum Thomas Hürlimann
so frei und spannend über sein Werk und sein Leben erzählen hören wie an diesem Abend. Manfred Utzinger hat die Veranstaltung erneut fotografisch dokumentiert.

Hottinger Literaturgespräche – Helen Meier

Was für eine Überraschung, als die 55-jährige Appenzeller Sonderschullehrerin 1984 mit einem Text über eine lernbehinderte Schülerin den Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb gewann! Bald zeigte sich aber, dass das kein Zufall, sondern der Anfang einer späten literarischen Karriere gewesen war. Und es wurde immer deutlicher, dass sich da eine Begabung abseits des linearen Erzählens in kraftvollen Bildern und kühnen Assoziationen Ausdruck verschaffte, ohne je kalt oder künstlich zu wirken. Auf den späten Erstling «Trockenwiese» folgten die Erzählbände «Das einzige Objekt in Farbe», «Das Haus am See», «Nachtbuch», «Letzte Warnung» und «Liebe Stimme» sowie die Romane «Lebenleben», «Die Novizin» und «Schlafwandel». Und nach einer längeren Pause wird im Frühling 2014 wieder ein neues Buch von Helen Meier erscheinen, das sich auf berührende Weise dem Thema Altern widmet, aber um nichts weniger frisch und modern als die früheren daherkommt.

Text: Charles Linsmayer
Foto: Manfred Utzinger, utzi-foto.ch

Hottinger Literaturgespräche – Gertrud Leutenegger

Weit über 120 Literaturbegeisterte haben am 31. Januar im Kirchgemeindehaus Hottingen eine Gertrud Leutenegger erlebt, die wunderbar vorzulesen verstand, über ihr Werk und ihre Arbeitsweise erhellend Auskunft gab und sich auch immer wieder als hinreissende spontane Erzählerin erwies. Ein Höhepunkt war dabei die Erzählung, wie sie als kleines Mädchen erstmals Geschichten erfunden hat, als sie für ihren Verkäuferladen keine Kundschaft mehr hatte und darum eine ganze Reihe von virtuellen Kundinnen erfand, denen sie jede Menge Eigenschaften und einen eigenen Lebenslauf zudichtete.

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Hottinger Literaturgespräche – Melinda Nadj Abonji

«Die kleine Schweiz ist eine literarische Grossmacht», textete die «Zeit», als Melinda Nadj Abonjis Roman «Tauben fliegen auf» 2010 den deutschen und den Schweizer Buchpreis gewann. Wobei Nationalität so ihre Tücken hat, wuchs die Autorin doch seit 1973 am Zürichsee auf, ist aber als Angehörige der ungarischen Minderheit 1968 im jugoslawischen Becˇej zur Welt gekommen, das heute zu Serbien gehört.

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